Psoriasis vulg. - syst. Kortikosteroide zu häufig verordnet

Über diesen Beitrag: Bei Psoriasis vulgaris werden systemische Kortikosteroide immer noch zu häufig verordnet, und zwar vor allem von Allgemeinärzten und Internisten. Das meint jedenfalls der Deutsche Psoriasis Bund. Er mahnt aber eine adäquate Patientenversorgung nicht nur an, sondern hat dafür auch eigene Versorgungsziele definiert und einen gut verständlichen Behandlungspfad entwickelt.

Situation der Psoriasis-Patienten in Deutschland

Beim Deutschen Psoriasis-Tag am 27. Oktober 2012 im Universitätsklinikum Essen wurden in der Vortragsreihe zum Themenschwerpunkt „Lebenserwartungen und Lebensqualität“ vom Deutschen Psoriasis Bund die aktuellen Anforderungen an eine adäquate Versorgung der Patienten beleuchtet.

Nach Prof. Matthias Augustin, Hamburg, würden trotz des breiten Spektrums an zugelassenen Therapieoptionen und der 2011 aktualisierten S3-Leitlinien zur Psoriasis vulgaris v. a. von Allgemeinärzten und Internisten systemische Kortikosteroide immer noch zu häufig verordnet und weitere Therapieoptionen, entsprechend den Konsensusempfehlungen, nicht ausreichend berücksichtigt. Um für den Psoriasis-Patienten Verbesserungen der Lebensqualität, eine Früherkennung der Psoriasis-Arthritis und der gleiterkrankungen sowie eine frühzeitige Behandlung von Kindern mit Psoriasis zu implementieren, wurden für den Zeitraum 2010 bis 2015 eigene Versorgungsziele festgelegt.

Überdies wurde ein gut verständlichen Behandlungspfad entwickelt, der Dermatologen ohne Schwerpunkt Psoriasis eine Umsetzung der leitliniengerechten Versorgung erleichtern kann: Der Behandlungspfad basiert auf der S3-Leitlinie der Psoriasis vulgaris und bietet eine fundierte Entscheidungshilfe für die Praxis, die alle Schritte zwischen Erstkontakt, Therapieentscheidungen und der regelmäßigen Evaluation des Therapiefortschritts umfasst. Während bei leichten Verläufen häufig schon ein Therapieteam aus Hausarzt und Hautarzt ausreichen würde, wäre v. a. bei schweren Verläufen ein multidisziplinäres Vorgehen erstrebenswert, wobei neben Internisten (Kardiologen, Diabetologen), Augenärzten, Rheumatologen und ggf. Neurologen/Psychiatern auch Selbsthilfegruppen und Patientenverbände einbezogen werden sollten, erklärte PD. Dr. Andreas Körber, Essen. [ys]

Quelle: Ärztliches Journal Reise & Medizin  | 01/2013

 


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