Studie - Erhöhtes Demenzrisiko bei Plaque-Psoriasis

Über diesen Beitrag: Dass die Schuppenflechte mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Begleiterkrankungen einhergeht, ist bekannt. Dazu zählt auch die frühzeitigere Entwicklung von kognitiven Beeinträchtigungen und milder Demenz, wie eine italienische Studie ermittelt hat.

Erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz

Plaque-Psoriasis-Patienten leiden vermehrt unter Depressionen und haben im Vergleich zu Nicht-Erkrankten deutlich häufiger kardiovaskuläre und Stoffwechselerkrankungen. Da diese Komorbiditäten zu Einbußen bei kognitiven Funktionen führen können, haben die Wissenschaftler um P. Gisondi die kognitiven Leistungen der Patienten im Rahmen einer Studie untersucht.

Plaque-Psoriasis kann bei Betroffenen zu einer vorzeitigen milden kognitiven Beeinträchtigung führen – so das Fazit der Wissenschaftler aus Italien. Für ihre Pilotstudie hatten sie 41 Patienten mit chronischer (moderater bis schwerer) Plaque-Psoriasis rekrutiert, die an der Psoriasis-Ambulanz des Universitätsklinikums in Verona vorstellig geworden waren. Eingeschlossen wurden Patienten zwischen 50 und 65 Jahren, deren Psoriasis-Diagnose mind. 6 Monate zurücklag. Zu den Ausschlusskriterien gehörte eine Psoriasis-Arthritis; zudem mussten systemische Therapien sowie Phototherapien und Behandlungen mit Biologika seit mind. 3 Monaten beendet sein. Als Kontrollpersonen dienten die Lebenspartner der Patienten, die selbst nicht von Psoriasis betroffen waren. Da 4 Patienten ohne Partner waren, gab es insgesamt nur 37 Kontrollpersonen. Fälle und Kontrollen waren bezüglich Alter, Body-Mass-Index, Ausbildungsgrad sowie Tabak- und Alkoholkonsum gleich. Bei allen Studienteilnehmern wurden die Gesundheitsdaten (z. B. Begleiterkrankungen, Blutbild) erfasst sowie verschiedene neuropsychologische Tests durchgeführt (jeweils 2-mal pro Studienteilnehmer und immer durch denselben Neuropsychologen). Bei 30 Patienten wurden zudem kernspintomografische Untersuchungen (MRT) des Gehirns durchgeführt.

Verfrühte kognitive Beeinträchtigungen

Bei 18 von 41 Patienten (44 %), aber nur bei 4 von 37 Kontrollen (11 %) wurden kognitive Beeinträchtigungen festgestellt. Insbesondere traten Störungen in Bezug auf das Sprachgedächtnis, die Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen auf. Die Forscher identifizierten die Psoriasis-Erkrankung dabei als den einzigen Prädiktor kognitiver Einbußen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Ausbildungsniveau, Alkohol- und Tabakkonsum, Hypertonie, Diabetes und Hypercholesterinämie. Die Kopf-MRTs der Psoriasis-Patienten zeigten keine morphologischen Anomalien. Bei den 7 Patienten, bei denen auch quantitative Analysen gemacht wurden, stellten die Wissenschaftler allerdings reduzierte Volumina bestimmter Hirnareale fest, die in kognitive Funktionen involviert sind (wie bspw. der Gyrus hippocampalis sowie die superioren temporalen und frontalen Gyri).

Fazit

Patienten mit Plaque-Psoriasis haben der Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für verfrühte kognitive Beeinträchtigungen und die Entwicklung einer Demenz. Wie die Forscher folgern, sollten Patienten daher auch von neurologischer Seite eng kontrolliert werden.

Dr. Katrin Appel, Essen

Quelle: Dermatology 2014; 228: 78–85

 


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